Liebe

In kindlicher Seele
erdämmert die Liebe,
wie Grünes der Erde
im Frühling entkeimt.

Im Herzen der Jungfrau
da knospet die Liebe,
von künftiger Herrlichkeit
sinnend sie träumt.

Bis daß sie im im Herzen
des Weibes entfaltet
zu üppigster Blüte
berauschend erprangt.

Im Herzen der Mutter
zur edelsten Reife,
zur Krone des Alls,
zur Vollendung gelangt.

Quelle:
Alte Lieder
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

News & Infos


Heimat weit.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Der Wandrer, von der Heimat weit, Wenn rings die Gründe schweigen, Der Schiffer in Meereseinsamkeit, Wenn die Stern aus den Fluten steigen: Die beiden schauern und lesen In stiller Nacht, Was sie nicht gedacht, Da es noch fröhlicher Tag gewesen. Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Wanderlieder Gedichte 1841 www.zeno.org Das alte Schloß zu Stuttgart hatte damals, als es Georg von Sturmfeder am Morgen nach des Herzogs Einzug beschaute, nicht ganz die Gestalt, wie es noch in unsern Tagen zu sehen ist, denn dieses Gebäude wurde erst von Ulerichs Sohn, Herzog Christoph aufgeführt. Die Halle im unteren Teil des Schlosses war hoch und gewölbt wie eine Kirche, daß die Ritter in dieser »Tyrnitz« bei Regentagen fechten und Speere werfen und sogar die ungeheuren Lanzen ungehindert darin handhaben konnten. Von der Größe dieser fürstlichen Halle zeugt die Aussage der Chronisten, daß man bei feierlichen Gelegenheiten dort oft zwei- bis dreihundert Tische gedeckt habe. Von da führte eine steinerne Treppe aufwärts so breit, daß zwei Reiter nebeneinander hinaufreiten konnten. Es war umgeben von breiten und tiefen Graben, über welche gegen Mitternacht eine Brücke in die Stadt führte. Dieser großartigen Einrichtung des Schlosses entsprach die Pracht der Zimmer, der Glanz des Rittersaales und die reichen, breiten Galerien, die zum Tanz und Spiele eingerichtet waren. Ein großer, schöner Vorplatz diente in früheren Zeiten dem fröhlichen Hofe Ulerichs zum Tummelplatz für ritterliche Spiele und mancher Reiter wurde von des Herzogs eigener gewaltiger Hand in den Sand geworfen. Die Zeichen dieses ritterlichen Sinnes sprachen sich auch in andern Teilen des Gebäudes aus. Deutschlands, Österreichs, der skandinavischen und der Benelux-Länder, der Iberischen Halbinsel, Italiens, der Schweiz, Frankreichs und Finnlands erschienen sind, fühle ich mich gedrungen, den wertvollen Arbeiten seitens der ersten britischen und französischen Pioniere zu gedenken, die ganz zu Beginn der Ausbreitung des Glaubens sich mit solcher Hingabe, mit solchem Opfermut und mit solcher Entschlossenheit bemühten, die Flamme des heiligen Feuers anzufachen, welche die Hand des ernannten Mittelpunktes des Bündnisses Bahá'u'lláhs im äußersten Nordwesten jenes Kontinentes am Morgen des Hinscheidens Seines Vaters entzündet hatte. […]

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Frühlingslied, liebes schnelles Vögelein soweit die Winde wehn.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ein Vöglein fliegt im Winde mit seinen bunten Flügeln und kann sich gar nicht zügeln. Wie fliegt es so geschwinde, das kleine Vöglein Hoffen; die Welt steht ihm ja offen. Ein Mägdlein geht im Garten, jungfräulich schon zu nennen. Die ersten Tulpen brennen, die ersten Veilchen warten. Es lugt nach einem Kränzlein. Ich denke an Seine große Geduld beim Säen eines Samens, dessen erste Früchte erst in späteren Jahren aufgehen sollten; dies stellt einen Markstein von ungeheurer Bedeutung für das Entstehen und die Festigung des Glaubens von Bahá'u'lláh in jenem Kontinent dar. Ich denke an Seinen darauffolgenden, epochemachenden Besuch bei diesen eben flügge gewordenen Gemeinden bald nach Seiner vom Schicksal bestimmten Entlassung aus vierzigjähriger Haft im Größten Gefängnis. Am folgenden Tage um fünf Uhr Morgens ist der Dollar so schwach, daß größten Teils alles nur auf Pump läuft (heute kaufen und morgen sparen) und der Geldmenge keine gleichwertige Menge an Waren und Gütern gegenübersteht. Doch der Friede wurde in Preßburg geschlossen die feindlichen Truppen bekamen Befehl, aufzubrechen und eines Morgens war auf den Theateraffichen (vielleicht nur aus Zufall) eben der Tag der Erlösung! von Ziegler angekündigt, wo denn auch die Last der feindlichen Besatzung von uns genommen ward. Unser Franzose liebte Musik, er forderte uns oft auf, welche zu machen, und mancher Faden mag sich damals aus den Augen der schönen Frau und aus ihren Tönen um sein Herz geschlungen haben. Frau von Kempelen, die Gemahlin des Sohns jener alten Freunde unsers Hauses, welche schon lange in unserer Nähe lebten, spielte sehr schön Klavier; Streckfuß sang angenehm, noch einige Mitglieder unseres Kreises und ich selbst waren musikalisch, es wurde also abends die Zeit sehr oft mit Musik verkürzt; denn damals waren die Forderungen an die Leistungen der Dilettanten nicht so hoch gespannt als jetzt, und man konnte sich mit Beifall unter seinen Freunden hören lassen, wenn man auch nicht imstande war, eine Bravourarie zu singen oder sich im Theater auf dem Fortepiano zu produzieren. […]

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Also dieses Feuer war das Element, in .

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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dem sein Leib begraben werden sollte, und dem er darum auch sein Kleid überlassen wollte? Schrecklich! Ich schloß die Augen. Ich mochte nichts mehr sehen, nichts mehr wissen; ich ging hinunter in die Stube und legte mich auf das Polster, mit dem Gesicht an die Wand. Noch einige Zeit lang war es draußen verhältnismäßig ruhig, dann aber begann das Schießen von neuem. Mich ging das nichts an. Wenn mir Gefahr drohte, würde mich Halef ganz sicher benachrichtigen. Ich sah nur die langen weißen Haare, den wallenden schwarzen Bart und die goldblitzende Uniform in dem Brodem des Scheiterhaufens verschwinden. Mein Gott, wie wertvoll, wie unendlich kostbar ist ein Menschenleben, und dennoch dennoch dennoch! So verging eine geraume Zeit; da hörte das Schießen auf, und ich vernahm Schritte auf der Treppe. Halef trat ein. Sihdi, du sollst auf das Dach kommen! Weshalb? Ein Offizier verlangt nach dir. Ich stand auf und begab mich wieder hinauf. Ein einziger Blick belehrte mich über den Stand der Dinge. Als Betriebskraft benutzte er eine Pulverexplosionsmaschine. Schließlich meinte er, daß sich ein Mechanismus erfinden lasse, um die Hähne E und n durch die Maschine richtig zu bewegen, zu steuern. Er vermißte eine Vorrichtung, um den Dampfkessel wieder mit Wasser füllen zu können. Inzwischen war Savery eifrigst bestrebt, seine Maschine zu vervollkommnen. Der Kolben hängt an einer oder an mehreren Stangen GH, welche in einer im Deckel AB angebrachten Öffnung hin- und hergleiten können, wobei ihre Umfläche luft- und dampfdicht durch einen Strang von Werg oder anderem geeigneten Stoff abgedichtet ist, der in der Büchse O liegt. Übrigens erfüllen die Ventile der Wasserwerke ihre Aufgabe um so besser, je länger sie sich im Gebrauch befinden. Der kräftige Kolben EF ist dem Zylinder genau angepaßt, so daß er mit Leichtigkeit auf und ab gleiten kann, ohne irgendwelchen Dampf neben sich hindurchgehen zu lassen. Dieser erwähnte Zylinder ist an seinem unteren Ende durch seinen Boden CD vollständig abgeschlossen und auch an seinem oberen Ende durch seinen Deckel AB verschlossen. Der Kessel hatte eine halbkugelförmige Gestalt, besaß aber Wassertaschen, die von dem wagerechten Boden nach unten hin in die Feuerzüge hineinragten. Das Zusammentreffen von Dampf und Wasser ergibt die Gewißheit, daß D sich entleert hat nach L hinein bis auf 8 Zoll oberhalb des Bodens. […]

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Blumenland, schöne Maid, weißes Kleid.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Inmitten in dem Blumenland ein klarer Marmorbrunnen stand; da schaut ich eine schöne Maid, die emsig wusch ein weißes Kleid. Die Wänglein süß, die Äuglein mild, ein blondgelocktes Heil'genbild; und wie ich schau, die Maid ich fand so fremd und doch so wohlbekannt. Die schöne Maid, die sputet sich, sie summt ein Lied gar wunderlich: Rinne, rinne Wässerlein, wasche mir das Linnen rein! Ich ging und nahete mich ihr, und flüsterte: O sage mir, du wunderschöne, süße Maid, für wen ist dieses weiße Kleid? Ach! die Maid mit Locken, golden, Die ich nimmermehr vergaß, Wie sie spielend, mit dem holden Lächeln unter Blumen saß. Sein Inhalt besagte, daß es keinen Sinn habe, die Tatsache zu beschönigen. Kapitän Whalley sah nirgends einen Lichtschimmer, bis der Tag anbrach und er merkte, daß seine Kleider von schwerem Tau durchnäßt waren. Die ganze Nacht lang schritt Kapitän Whalley die Hütte seines verankerten Schiffes ab, als handelte es sich darum, bei schlechtem Wetter unter Land zu kommen, ohne genaue Kenntnis des Standpunktes, nach einer Fahrt durch viele graue Tage, ohne Sonne, Mond und Sterne. Die schwarze Nacht glitzerte von Richtfeuern für Seeleute und den ruhigen, geraden Streifen der Lichter an Land. Ihr bliebe kein andrer Ausweg, als ein Kosthaus zu eröffnen, wofür ihrer Meinung nach die Aussichten günstig waren. Zum zweiten Mal in seinem Leben fühlte er sich niedergeschlagen und blieb stocksteif in der Kajütentür stehen, das Papier in den zitternden Fingern. Für die Fair Maid wurde es nun mit der Arbeit bittrer Ernst. Es ging nicht länger darum, das Andenken für Teufelsharry Whalley in den östlichen Meeren wachzuhalten oder einem alten Mann das Taschengeld und die Schneiderrechnung zu bezahlen und vielleicht darüber hinaus noch ein paar feine Zigarren bei Jahresschluß. Königlich und liebreich zugleich schien sie vom Pfeiler des großen Tores auf all die jungen Gläubigen herabzulächeln. Die Glückstage unseres guten Freundes waren vorüber, und keine noch so bittere Reue konnte sie zurückbringen. Er mußte sich richtig ins Zeug legen und das Schiff scharf hernehmen, wobei für die Vergoldung der Lebkuchenschnörkel an Steven und Heck wenig übrigblieb. Die helle Nachmittagssonne glänzte durch die alten gemalten Fenster, so daß Daniel und Jonas, Moses und David von neuem Leben durchglüht erschienen. […]

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