Meerestiefen

Kalt und einsam stehst du noch,
ob die Winde stürmen,
ob die Wogen bergehoch
um dein Schiff sich türmen.
Traumhaft wird dir manchmal sein,
ob aus Meerestiefen,
matt beglänzt von Sternenschein,
Geisterstimmen riefen -
und es wird ein bleiches Weib
aus den Fluten steigen,
weiß umwallt den schlanken Leib
mild sich zu dir neigen.

weiterlesen =>

News & Infos


Der wahre Glaube.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Dahingestreckt auf grüne Matten, Lag, mit Almansorn Hand in Hand, Nadir an eines Baches Rand, In einer Palme kühlen Schatten. Es war im Lenz. Mit süßer Kehle Sang ein erfreuter Vögelchor Aus jedem Busche froh hervor, Und zärtlich klagte Philomele. Der große Irrglaube vom Aufstieg in die Elite. Das halt und glaube nur, Daß ich ein redlich Hertz in meinen Leibe fuhr. Im Fall ich einen hör, der in Gelag und Zechen Auf dich im gringsten nur ein schimpflich Wort darf sprechen, Und ich nicht in den Tod sein Widersacher bin: So schlag der Donner mich, der Teufel führ mich hin. Er soll an mir ein Hertz, er soll ein Kerl verspühren, So lang ich eine Faust und Fuchtel noch kan führen. Zwar rühmen steht nicht fein, doch wenn ichs sagen soll, Nur einer thut mirs nicht, der ander läst mich wohl. Ich sprach: Ein solcher Freund, mein Bruder, wird mir nütze, Der mich zu dieser Zeit, und meine Schwachheit schütze. Ich hüte mich für Zanck. Ich meide die Gefahr. Denn komm ich in das Spiel; So laß ich Haut und Haar. Ich hab es zwar wohl eh mit Jemand dürfen wagen, Doch hab ich nimmermehr mit Vortheil mich geschlagen. Das hat mich scheu gemacht zu kommen in den Streit. Wer meine Freundschaft sucht, der findet mich bereit. Der Rede ward gelacht. Ich hatte kaum geschwiegen; Da kam ein Sturm auf mich von sieben vollen Krügen Doch nicht gar grosser Art: Da half kein Bitten vor. Es hieß, wer nicht mehr kan, der leg sich auf ein Ohr. Sobald ich diese Last gezwungen durch den Kragen; Da fühlt ich einen Lerm und Aufruhr in dem Magen. Ich lief zur Stub hinaus, gab alles wieder dar Und ließ mit Freuden gehn, was nicht zu halten war. Nun endlich, wo von der einen Seite Betrug und Falschheit und von der andern Mißtrauen und Mangel an brüderlichen Gesinnungen in allen Ständen sich ausbreiten und daher die Zuversicht auf die Hilfe der Mitmenschen ein unsichres Kapital wird; in diesen Zeiten, meine ich, hat man unrecht, wenn man einen sparsamen, vorsichtigen Mann ohne nähere Prüfung seiner Umstände und der Bewegungsgründe, welche seine Handlungen leiten, sogleich für einen Knicker erklärt. […]

Read more…

Im Saale.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Und im Saale wogen heiter Die geschmückten Menschenwellen, Und die lauten Pauken wirbeln, Und es schmettern die Drommeten. »Doch warum, o schöne Herrin, Sind gerichtet deine Blicke Dorthin nach der Saalesecke?« So verwundert sprach der Ritter. Nur verloren zittern einzelne Lichter in die grüne Dämmerung herab, wo man auf dem feuchten Moosgrunde das Leben der Pflanzen- und Insektenwelt mehr ahnt, als sieht. Libellen wiegen sich auf den Ranken und Stauden, die sich über die Quelle neigen, und im leisen Windhauche auf- und niederschwanken. Man glaubt das Regen und Flüstern in den Halmen zu hören. Und unwillkürlich steigen in dem Beschauer Bilder der Märchenwelt empor, die sich in den Nixen verkörpern. Lässt er dann den Blick durch die urweltlichen Kolosse von Bäumen hindurch in das Walddickicht und empor zu ihren Kronen schweifen, so fühlt er seine Seele von dem bestrickenden Zauber weltentrückter Einsamkeit umfangen, zu der kein Ton des Lebens dringt. Oft habe ich an trüben Wintertagen mich beim Betrachten dieses Gemäldes in tiefe Waldnacht versetzt geglaubt und dieselben wonnigen Empfindungen durch mich hinziehen lassen, wie da ich halbe Tage in den entlegenen Thälern des Odenwaldes den Odem des Naturgeistes in mich sog, während nur hie und da der Schlag einer fallenden Axt fernher im Walde hallte. Ueber solche Zaubermacht gebietet die echte Kunst. Der Glaube an eine wie immer geartete Weiterexistenz nach dem Tod ist jedoch stark verbreitet. Übergangsriten etwa in Amazonien sind häufig, desgleichen Zweitbestattungen und Kommunion mit den Toten. Die Jenseitsvorstellungen sind insgesamt aber häufig vom Ahnenkult bestimmt, auch dort, wo trotz des hier besonders extremen Völkermordes durch die Conquistadoren alte andine Religionsformen der Inkas und ihrer Vorgänger überlebt hatten, gelegentlich mit dem Glauben an einen otiosen Hochgott. Glaube eine Einführung soll, manchmal will der Glaube wanken. […]

Read more…

Als wir heimkamen, war Tante.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Sally über die Maßen froh, mich zu sehen. Sie lachte und weinte in einem Atem und umarmte mich und klappste mich ein paarmal in ihrer gewohnten Weise, was aber mehr gestreichelt war, und sagte, wenn Sid heimkomme, kriege der auch seine Klappse. Man schließe für einen Moment die Augen. Und male sich den verführerischen Gedanken aus, von einem der besten Weißweine der Welt 20 Jahrgänge am Stück verkosten zu dürfen. Was wäre da zu erwarten? Eine blitzsaubere Reihe von Topweinen, die witterungsbedingten Unwägbarkeiten trotzen und in jedem Jahr gleich hell strahlen, um alles in den Schatten zu stellen? Edle Tropfen, deren jahrgangstypische Ausprägungen ihren Spitzenrang kontinuierlich bestätigen? Oder Weine, in denen sich natürliche Einflüsse wie Mikroklima, Boden und Witterungsverlauf konsequent spiegeln sollen, weshalb der Winzer seinem Gestaltungswillen bewusst Grenzen setzt. Diese Fragen gingen mir durch den Kopf, als ich vergangenen Samstag das Restaurant Annabelles Kitchen in Berlin verließ. Hinter mir lag eine Verkostung von 20 Jahrgängen des sehr berühmten, teuren und hoch bewerteten Riesling Smaragd Singerriedel des ebenfalls sehr renommierten Wachauer Weinguts Franz Hirtzberger (Spitz/Österreich). Als Ausbilder der Truppe im Frieden und als Organisator von großem Willen und Können, hatte der Herzog als Soldat sehr viel geleistet. Dabei benutzte ihn Friedrich der Große auch häufig zu diplomatischen Diensten. Diesem, seinem großen Onkel, unbedingt treu ergeben, schloß sich der Herzog dem Fürstenbund an. Nach Friedrichs des Großen Tod betrachtete man Herzog Karl Wilhelm Ferdinand allgemein als den ersten Feldherren seiner Zeit, ein Urteil, dem die Entwicklung der Dinge allerdings nicht Recht gegeben hat. Meine Neugier wurde einigermaßen befriedigt, als eines Tags der Schneiderrichard zu uns auf die Stör-Mann, und da derselbe auch Glasscheiben und Fensterblei annahm, so suchte ich auf der Bühne derlei zusammen und verschaffte mir hiedurch die Möglichkeit zu einem Ankauf. Meine Wahl fiel auf eine Weltbeschreibung in welcher man zwar noch Wundermenschen mit Hundsköpfen oder einem so breiten Fuß, daß er beim Ausruhen im Gras als Sonnenschirm sich benützen ließ, doch aber auch manches Nützliche fand. […]

Read more…

Gegen sechs Uhr früh erhob sich die Sonne über den Horizont.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Am Montag, die Wolken zerstreuten sich und ein angenehmer Wind wehte frisch durch den jungen Morgen. Die Erde erschien den Reisenden ganz durchduftet. Lange waren seine Nachforschungen vergebens; der Wind zog ihn nach Westen, bis er die berühmten Mondberge vor Augen hatte, welche in einem Halbkreis um die Spitze des Tanganayka-Sees herum liegen; ihre wenig coupirte Kette zeichnete sich an dem bläulichen Horizont ab, einem natürlichen Befestigungswerk vergleichbar, welches bis jetzt den Entdeckungsreisenden in Central-Afrika eine unübersteigliche Schranke entgegensetzte; einige isolirte Kegel trugen die Last eines ewigen Schnees. Die Briten hatten im größten Teil ihrer afrikanischen Besitzungen nicht genug Leute, um Ausbeutung im großen Stil zu betreiben. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren in Nigeria 1315 Kolonialbeamte tätig. Dieser kleine Trupp verwaltete, assistiert von einheimischen Notabeln, die Belange von 20 Millionen Afrikanern. In Flächenstaaten, die von weißen Einwanderern besiedelt worden waren, sah die Kosten-Nutzen-Rechnung anders aus. Der Wohlstand der südafrikanischen Weißen war allerdings fast ausschließlich das Produkt rassistischer Ausbeutung. Ein weißer Grubenarbeiter verdiente 20-mal so viel wie ein schwarzer Wolkenschieber mit Wetter auf Bestellung. Da fing auch der Siebenspitzige Turm mit an, u. das Feuer drang aus demselben in den Lederboden, wo Holz und brennende Materie genug war. In drei Stunden war alles getan. Von allen kurfürstlichen Gebäuden unter der Schösserei u. im Hahnewalde, die nach Beschaffenheit derselben Zeit schön waren, wurden Aschehaufen. Von der Stadt aber, in- u. außerhalb der Ringmauer, blieb nichts übrig, als das Crucifix auf dem Kirchhofe, so Gott auch diesmal erhalten, ferner des Wildpretwärters Haus am Kurfürstlichen Tiergarten, die kleine Begräbniskirche u. dazu noch eine niedrige Hütte am Altstädter Wege. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. […]

Read more…