Und spinnt des Südens Hexerei - Capri


Und spinnt des Südens Hexerei
die purpurblauen Spinneweben
um deine Stirn, dann ist's vorbei:
zu eigen  bist du ihr gegeben.
Das Stumme in dir wacht und spricht
und singt die unerhörten Prächte,
und siedend küßt das Sonnenlicht
die tiefsten Saaten deiner Nächte.

Vom Felsgestein im Klippenmeer -
horch du! wie die Sirenen locken!
Bang - wie den Opfern des Tiber -
fliegen die Pulse dir erschrocken.
Und meine Hand liegt schwer und heiß
auf deiner Stirn und bricht mit Beben
für dich das blühende Lorbeerreis,
für dich das wundervolle Leben.

Aus toter Tempel Trümmern sprießt
die knospenschwere Geisblattranke -
und schimmernd um Amalfi fließt
des Lichtes göttlicher Gedanke.
Das ist des Südens Hexerei
die dich mit Seel und Leib entrückte:
das Ewige in dir macht sie frei,
das deines Nordens Nacht erdrückte.

Quelle:
An sonnigen Borden - Capri
Und spinnt des Südens Hexerei
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910

News, Informationen und Tipps


Hochsommer.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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O Frühling, holder fahrender Schüler, Wo zogst du hin? Die Linden blühn, Die Nächte werden stiller, schwüler, Und dichter schwillt das dunkle Grün. Doch ach! die schönen Stunden fehlen, Wo jedes Leben überquoll, Wo trunken alle Schöpfungsseelen Ins Blaue schwärmten wollustvoll. […]

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Lenkung des Ballons und Erforschung der Atmosphäre.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Der Tafelberg zeichnete sich am Horizonte ab; die Capstadt, am Fuße eines Amphitheaters von Hügeln gelegen, war mit den Ferngläsern wahrzunehmen, und bald legte sich der Resolute im Hafen vor Anker. Aber der Commandant hielt nur an, um Kohlen einzunehmen, und dies war in einem Tage geschehen; am folgenden schon hielt das Schiff südlich, um die mittägige Spitze Afrikas zu umsegeln und in den Canal von Mozambique einzulaufen. Joe machte nicht seine erste Reise zur See; er fühlte sich bald an Bord heimisch, und Jedermann hatte ihn wegen seiner Offenherzigkeit und guten Laune gern. Ein Abglanz von der Berühmtheit seines Herrn strahlte auch auf ihn über; wenn er sprach, lauschte man auf ihn, wie auf ein Orakel. […]

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An der Grenze.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Die treuen Berg stehn auf der Wacht: »Wer streicht bei stiller Morgenzeit Da aus der Fremde durch die Heid?« Ich aber mir die Berg betracht Und lach in mich vor großer Lust, Und rufe recht aus frischer Brust Parol und Feldgeschrei sogleich: Vivat Östreich! […]

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Frau Teemaschine sang auf dem Feuer.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Der Beifall war ganz ungeheuer. Ja, ihre Base Petroleumkanne war von dem Liede ganz gefangen. Ihr rannen die Tränen über die Wangen und tropften gerade in eine Pfanne, in der ein Schweinebraten briet, der ausgezeichnet dann geriet. War auch Petroleum drauf geflossen, er wurde trotzdem doch genossen. Sein Herr war mit dem Koch zufrieden. Besagter Herr war ein Kosak; Sein Leibgericht war Siegellack. Ja, die Geschmäcker sind verschieden. […]

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