Aus Felsenöde

von zerklüftetem Berggrat
in den lichtlos fahlen Morgenhimmel
ragt ein Kreuz.
Ueber dem Kreuz
schwebt auf schweren, schwarzen Schwingen
- wie ein nachtgeborner
sehnsuchtgetragener Schmerzgedanke -
ein Königsadler
einsam und lautlos
in der dämmernden Frühe dahin . . .
Am Kreuz aber hängt,
in Ketten geschlagen,
sich windend in blutiger Qual,
ein Menschenleib -
der nackte Körper einer Frau.
Jeden Muskel gestrafft
an den weißen, zuckenden Armen,
das Haupt geneigt
und die starrenden Blicke
hilfesuchend nach Ost gerichtet -
auf den heißen, vertrockneten Lippen
die stöhnende Frage,
den Schrei nach Erlösung:
"Wie lange noch, Herr -
oh, Herr, wie lange noch? -"

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