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Die Stille am Dom zu

Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke […] Mehr lesen

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Das Echo des Schmerzes

Ein schmaler Umschlag ohne Absender, ein unerwartetes Päckchen Hoffnung in der bleiernen Leere des Lebens. Ein Jahr war vergangen, seit die Stille die einzige Antwort war. Dann […] Mehr lesen

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Jeder Regentropfen ist

Die Welt war eingekapselt in der trockenen Stille der Wohnung, bis ein ungestümer, beinahe unwiderstehlicher Impuls einen Mann in das lebendige Chaos hinauszog. Es war kein Plan, […] Mehr lesen

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Der Neujahrstraum eines unermüdlichen Fahranfängers.

The New Year's Dream of a Rookie Driver. English translation available * Click here to read this inspiring coming-of-age story in English

🚗 Fundstück auf dem Beifahrersitz einer Fahrschulkarre: Was du hier liest, ist keine Anleitung zum Autofahren. Es ist die Geschichte eines Mannes, der nicht wusste, wo links und rechts ist, und der am Ende den ganzen Kontinent bereiste. Zum Schutz der Beteiligten wurden Uhrzeiten und Namen leicht verändert. Die Fahrschule existiert. Der Fahrlehrer existiert. Der Prüfer existiert. Nur warum mein Fahrlehrer aussah wie ein ehemaliger Skispringer weiß niemand so genau wie der Motor selbst. Leg deine Hand auf das Lenkrad. Spür die kalte Plastik. Willkommen auf der Straße, die dich lehrt, wer du bist.

Der Klang des Neuanfangs.

Das neue Jahr beginnt mit dem Geruch von verbranntem Schwarzpulver. Raketenreste liegen in den Rinnsteinen. Ich stehe am Fenster. In meiner Hand halte ich kein Sektglas, sondern ein zerfleddertes Heft mit Verkehrszeichen. Die Seiten sind wellig vom vielen Umblättern. Kaffee hat einen braunen Fleck hinterlassen. Auf Seite 47 steht ein blaues Quadrat mit weißem Pfeil. Ich weiß nicht mehr, was es bedeutet. Ich muss es lernen. Das ist der Plan. Die Welt wartet draußen. Ohne die Plastikkarte in meiner Tasche bleibe ich ein Zuschauer. Ich schließe die Augen. Ein fernes Brummen zieht durch die leeren Gassen. Ich öffne die Augen. Ich nehme mir vor, noch heute den ersten Schritt zu tun. Draußen fährt ein Auto vorbei. Ich sehe nur die Rücklichter.

Die Schwelle zur Arena.

Die Klingel der Fahrschule scheppert metallisch. Ich drücke die Tür auf. Es riecht nach billigem Automatenkaffee. An den Wänden hängen Plakate von Bremswegen. Ein Plakat ist schief. Ich rücke es gerade. Dann setze ich mich auf einen harten Plastikstuhl. Das Metall ist kühl an meinem Rücken. Zwei Jugendliche flüstern über Kupplungspunkte. Sie sagen Sätze wie, ich hab ihn voll erwischt heute und, der Alte hat mich dreimal abwürgen lassen. Ich verstehe kein Wort. Dann tritt der Fahrlehrer aus dem Hinterzimmer. Er ist groß. Er ist dünn. Er hat eine Nase wie ein Kompass. Er sieht aus wie ein Skispringer, der sich verlaufen hat. Er trägt ein Klemmbrett unter dem Arm. Er sieht mich. Er sagt, Sie sind der Neue. Ich sage, ja. Er sagt, kommen Sie mit. Ich stehe auf. Mein Herz schlägt schneller. Ich gehe auf ihn zu. Es gibt kein Zurück. Das ist gut so.

Die Nacht vor dem Urteil.

Das Kopfkino startet pünktlich um Mitternacht. Die Zimmerdecke wird zur Leinwand. Ich sehe mich an einer Kreuzung stehen. Das Blinklicht des Hintermanns pocht gegen meine Schläfe. Was, wenn ich das Stoppschild übersehe. Was, wenn ich den Motor mitten auf der Kreuzung abwürge. Was, wenn der Prüfer nichts sagt und ich nicht weiß, ob das gut oder schlecht ist. Die Bettdecke ist schwer. Ich gehe die Handgriffe durch. Links treten. Rechts schalten. Schulterblick. Die Dunkelheit schluckt meine Möbel. Nur die LED des Weckers blinkt. Jede Minute bringt mich näher. Irgendwann stehe ich auf. Ich gehe ans Fenster. Ich öffne es einen Spalt. Kalte Luft kühlt mein Gesicht. Ich flüstere in die Dunkelheit, morgen fahre ich. Dann lege ich mich wieder hin. Ich schlafe nicht. Aber ich liege still.

Das hölzerne Lenkrad der Angst.

Meine Finger umschließen den Kunststoffring. Die Knöchel treten weiß hervor. Der Fahrlehrer riecht nach kalter Asche und Pfefferminz. Er sitzt neben mir. Er schweigt. Er saugt meine Unsicherheit mit jeder Pore auf. Wir rollen vom Hof. Das Auto fühlt sich an wie ein störrisches Tier. Es akzeptiert meine Befehle nur widerwillig. Die Kupplung vibriert unter meiner Fußsohle. Das Zittern überträgt sich in mein Knie. Ein LKW donnert vorbei. Die Druckwelle drückt mich in den Sitz. Ich bin kein Herr der Lage. Ich bin ein Spielball. Die Schweißperlen auf meiner Stirn sind das einzige Zeugnis meines Kampfes. Ich beiße die Zähne zusammen. Die Ampel vor uns wird grün. Ich schalte in den ersten Gang. Ich löse die Kupplung. Der Motor stottert. Er stirbt ab. Der Fahrlehrer sagt nichts. Er schaut kurz. Ich starte neu. Diesmal gelingt es. Der Wagen rollt. Ich atme aus. Der Fahrlehrer sagt, weiter. Ich fahre weiter.

Die Sprache der Asphaltwüste.

Die Straße spricht in einer Sprache, die ich nicht kenne. Rote Kreise. Blaue Quadrate. Gelbe Rauten. Ich muss sie lesen lernen. Jedes Schild ist ein Wort. Jede Ampel ein Satz. Jede Kreuzung ein Absatz. Ich lerne die Sprache langsam. Ein rotes Dreieck bedeutet Vorfahrt gewähren. Ein blaues Quadrat bedeutet Vorrang. Ein weißes Schild mit schwarzem Pfeil bedeutet, hier geht es lang. Ich flüstere die Regeln mit. Blinken. Schauen. Einordnen. Die anderen Fahrer sprechen auch. Sie sprechen mit ihren Bremslichtern. Sie sprechen mit der Stellung ihrer Räder. Es ist eine stumme Sprache. Aber ich verstehe sie langsam. Nach einer Stunde rolle ich zurück auf den Hof. Mein Hemd ist durchgeschwitzt. Aber ich habe einen ersten Schlüssel gefunden. Die Fahrerlaubnis ist noch weit weg. Aber die Sprache wird langsam meine.

Das Wunder im Felsenspalt.

Es passiert in einer vielbefahrenen Kreuzung. Der Verkehr ist dicht. Ich bin nervös. Dann lichtet sich der Nebel. Das Getriebe rastet butterweich ein. Der Wagen gleitet durch die Kurve. Der Stress fällt von mir ab. Ich begreife in diesem Moment, dass ich es schaffen kann. Es ist ein kleiner Sieg. Verborgen im Alltag der Übungsstunden. Mein Atem geht ruhig. Ich fühle mich zum ersten Mal als Teil der Maschine. Die Angst ist noch da. Aber sie regiert mich nicht mehr. Ich lockere die Schultern. An der nächsten Ampel halte ich an. Ich lächele. Der Fahrlehrer nickt kurz. Er sagt nichts. Aber das Nicken reicht. Dieser eine Moment wird mich durch die nächsten Wochen tragen.

Der Tag der Abrechnung.

Der Prüfer sitzt im Fond. Er ist ein Schatten ohne Gesicht. Seine Anwesenheit verknappt die Luft. Er sagt kein Wort. Nur das Kratzen seines Kugelschreibers zerreißt die Stille. Ich fahre durch Straßen, die ich kenne. Und doch fühlen sie sich heute fremd an. Jeder Fußgänger am Zebrastreifen ist eine Falle. Jede Rechts-vor-links-Einmündung eine Prüfung. Ich funktioniere wie ein Automat. Die Handgriffe sitzen. Mein Herz hämmert gegen die Rippen. Wir biegen zurück auf den Parkplatz. Der Motor verstummt. Die Sekunden danach dehnen sich. Dann streckt er mir die Hand entgegen. Er sagt, Glückwunsch. Ich nehme die Hand. Ich spüre den festen Druck. Die Welt steht für einen Moment still.

Der erste eigene Schlüssel.

Ich sitze allein im Auto. Auf dem gleichen Parkplatz. An dem noch vor einer Stunde der Prüfer saß. Die Fahrerlaubnis liegt auf dem Beifahrersitz. Eine kleine Plastikkarte. Sie fühlt sich schwer an und doch federleicht. Ich nehme sie in die Hand. Ich lese meinen Namen. Das Datum. Ein Gedanke durchfährt mich. Ich darf jetzt überall hin. Ohne Begleitung. Ohne Erlaubnis. Ich lege die Karte ins Handschuhfach. Ich zögere. Ich hole sie wieder heraus. Ich stecke sie in meine Brieftasche. Dann starte ich den Motor. Nur für mich. Ich fahre langsam vom Hof. Ich biege in eine Seitenstraße ein. Ich halte an einer roten Ampel. Alles ist gleich. Und doch ganz anders. Der Horizont ist nicht mehr nur ein Ziel. Er ist eine Einladung.

Das erste Mal Tanken.

Die Zapfsäule glänzt im fahlen Licht. Ich stehe davor wie ein Alchemist vor seinem Kessel. Ich öffne den Tankdeckel. Meine Hände zittern. Ich weiß nicht, welchen Rüssel ich wählen soll. Der Geruch von Benzin ist scharf und betörend. Es ist das Aroma meiner neuen Eigenständigkeit. Ich höre das Gluckern des Treibstoffs. Es ist ein befriedigendes Geräusch. Ich zahle an der Kasse. Ich kaufe einen Duftbaum, der nach Neuwagen riecht. Mein Auto ist kein Gebrauchsgegenstand mehr. Es ist mein Ticket in die Unabhängigkeit. Auf dem Rückweg drehe ich das Radio lauter. Der Fahrtwind weht durchs offene Fenster. Ich strecke eine Hand hinaus. Der Wind streicht durch meine Finger. Ich lache. Ich habe keine Ahnung, warum.

Die erste Autobahnfahrt.

Die Auffahrt kommt plötzlich. Ich bin nicht bereit. Aber ich fahre. Der Beschleunigungsstreifen ist kurz. Ich trete das Gaspedal durch. Der Motor brüllt. Ich schaue in den Rückspiegel. Ein LKW kommt näher. Schnell. Ich schiebe mich in die Lücke. Es passt gerade so. Mein Herz hämmert. Die Autobahn ist eine graue Wand aus Geschwindigkeit. Die LKW sind Festungen. Die Autos neben mir sind Pfeile. Ich halte mich rechts. Ich fahre achtzig. Alle anderen fahren hundertdreißig. Ein Auto setzt sich hinter mich. Es klebt an meiner Stoßstange. Ich schaue in den Rückspiegel. Der Fahrer gestikuliert. Ich beschleunige auf neunzig. Er überholt. Er schaut mich an. Ich schaue zurück. Er schüttelt den Kopf. Ich schäme mich. Aber ich fahre weiter. Nach einer halben Stunde nehme ich die nächste Ausfahrt. Ich rolle auf den Parkplatz einer Raststätte. Ich atme aus. Die Autobahn ist nichts für Anfänger. Aber ich habe es überlebt.

Der erste Stau.

Es beginnt mit einem Bremslicht. Dann noch einem. Dann hundert. Ich stehe. Die Autobahn ist zu einem Parkplatz geworden. Die Motoren laufen. Die Menschen warten. Ich schalte in den Leerlauf. Ich schaue auf die Uhr. Ich warte. Neben mir steht ein Lastwagen. Der Fahrer liest Zeitung. Vor mir ein Kleinwagen. Eine Frau telefoniert. Hinter mir ein Sportwagen. Der Fahrer trommelt auf das Lenkrad. Ich schalte das Radio ein. Der Verkehrsfunk sagt, zehn Kilometer Stau. Ich schalte das Radio aus. Nach einer Stunde rolle ich einen Kilometer. Nach zwei Stunden fünf. Ich habe aufgehört zu zählen. Ich habe aufgehört zu hoffen. Ich bin einfach da. Der Stau lehrt mich Geduld. Er lehrt mich Ohnmacht. Er lehrt mich, dass ich nicht alles kontrollieren kann. Als ich endlich die Ausfahrt erreiche, fühle ich mich wie ein Überlebender. Ich fahre auf einen Parkplatz. Ich steige aus. Ich strecke die Beine. Ich atme.

Die erste Panne.

Der Motor macht ein Geräusch. Erst leise. Dann laut. Dann gar nicht mehr. Ich rolle auf den Standstreifen. Ich schalte die Warnblinkanlage ein. Ich stelle das Warndreieck auf. Ich weiß nicht, wie das geht. Ich brauche zehn Minuten. Ich stehe neben meinem Auto. Die Autobahn rauscht an mir vorbei. Ich fühle mich klein. Ich rufe den ADAC an. Die Frau am Telefon fragt, wo sind Sie. Ich sage, ich weiß nicht. Sie fragt, welcher Kilometer. Ich sage, ich weiß nicht. Sie sagt, schauen Sie auf das Schild. Ich schaue auf das Schild. Ich sage, A4, Kilometer 47. Sie sagt, wir kommen. Ich warte eine Stunde. Ein gelber Wagen hält. Ein Mann steigt aus. Er trägt einen Overall. Er sieht mich an. Er sagt, Sie sind der mit dem Motor. Ich sage, ja. Er sagt, kein Problem. Er schraubt. Er klopft. Er flucht. Dann sagt er, starten Sie mal. Ich starte. Der Motor läuft. Er sagt, Zündkerze. Weiterfahren. Ich bedanke mich. Ich fahre weiter. Ich habe etwas gelernt. Panne ist kein Weltuntergang. Panne ist ein Anruf.

Die erste Nachtfahrt.

Ich fahre zum ersten Mal allein bei Nacht. Die Straße ist schwarz. Die Lichter der anderen Autos sind Sterne. Ich schalte das Fernlicht ein. Die Straße wird weiß. Dann kommt ein Auto. Ich blende ab. Es fährt vorbei. Ich blende auf. Die Landstraße ist leer. Die Bäume stehen wie Wächter. Ihre Schatten tanzen über die Straße. Ich fahre langsam. Vierzig. Fünfzig. Ein Hase läuft über die Straße. Ich bremse. Er läuft weiter. Ich atme aus. Die Dunkelheit ist nicht leer. Sie ist voller Geräusche. Das Radio spielt leise. Der Motor summt. Die Reifen surren. Ich bin allein. Und doch nicht einsam. Die Nacht ist mein Beifahrer. Ich fahre durch sie hindurch. Als ich zu Hause ankomme, bin ich müde. Aber ich bin auch stolz. Ich habe die Nacht überlebt.

Der erste Strafzettel.

Es passiert an einem Dienstag. Ich parke in einer Straße. Ich lese das Schild. Ich verstehe es nicht. Ich denke, es wird schon gehen. Als ich zurückkomme, klemmt ein Zettel an der Windschutzscheibe. Fünfzehn Euro. Ich lese den Zettel zweimal. Ich fluche. Ich fluche laut. Ich schaue auf das Schild. Ich lese es noch einmal. Jetzt verstehe ich es. Ich war im Halteverbot. Ich habe es nicht gesehen. Ich war zu schnell. Ich war zu unachtsam. Ich zahle den Strafzettel. Ich lerne die Lektion. Die Straße verzeiht nicht. Die Straße erzieht. Ich schaue von nun an zweimal auf jedes Schild. Die fünfzehn Euro sind gut investiert. Aber es tut weh.

Die erste lange Reise.

Ich fahre nach Bayern. Vierhundert Kilometer. Ich plane die Route. Ich packe Proviant. Ich tanke voll. Ich starte um sechs Uhr morgens. Die Straße ist frei. Die Sonne geht auf. Ich fahre durch Sachsen. Dann durch Thüringen. Dann durch Bayern. Nach drei Stunden muss ich pinkeln. Ich halte an einer Raststätte. Ich trinke einen Kaffee. Ich esse ein Brötchen. Ich fahre weiter. Nach sechs Stunden bin ich da. Meine Beine sind steif. Mein Rücken schmerzt. Aber ich bin angekommen. Ich habe es allein geschafft. Am Abend rufe ich meine Mutter an. Ich sage, ich bin da. Sie sagt, gut. Ich sage, es war weit. Sie sagt, das glaube ich. Ich sage, ich vermisse mein Bett. Sie lacht. Ich lache auch. Die Ferne ist schön. Aber das Heimweh ist real.

Das erste eigene Auto.

Ich kaufe ein Auto. Es ist gebraucht. Es hat hunderttausend Kilometer auf dem Tacho. Es ist blau. Es riecht nach altem Rauch. Ich liebe es sofort. Ich putze es. Ich sauge es. Ich poliere es. Ich kaufe einen neuen Duftbaum. Ich fahre zu meinen Eltern. Ich zeige es ihnen. Mein Vater geht drumherum. Er klopft an die Reifen. Er sagt, nicht schlecht. Meine Mutter sagt, ist das sicher. Ich sage, ja. Sie sagt, wirklich. Ich sage, ja. Sie sagt, na gut. Ich fahre nach Hause. Ich parke vor der Tür. Ich bleibe sitzen. Ich streiche über das Lenkrad. Ich streiche über das Armaturenbrett. Ich rede mit dem Auto. Ich sage, wir werden Freunde. Das Auto sagt nichts. Aber ich weiß, es hat verstanden.

Der erste Unfall.

Es ist ein Samstag. Es regnet. Ich fahre langsam. Die Straße ist glatt. Ich bremse. Das Auto rutscht. Ich bremse stärker. Das Auto rutscht stärker. Ich sehe die Wand. Ich kann nichts mehr tun. Es kracht. Metall trifft Stein. Ich sitze still. Meine Hände zittern. Mein Herz rast. Ich atme. Ich atme noch einmal. Ich steige aus. Der Kotflügel ist eingedrückt. Das Licht ist zerbrochen. Ich flüche. Ich fluche laut. Ein Mann kommt aus dem Haus. Er fragt, geht es Ihnen gut. Ich sage, ja. Er sagt, das ist nur Blech. Ich sage, ich weiß. Ich rufe die Polizei. Ich rufe meine Versicherung. Ich rufe meine Mutter. Sie sagt, bist du okay. Ich sage, ja. Sie sagt, komm nach Hause. Ich sage, ja. Ich fahre nach Hause. Das Auto fährt noch. Aber es ist verletzt. Ich auch. Ich lerne, dass Blech zerbrechlich ist. Und Menschen auch.

Die erste Fahrt mit Musik.

Ich fahre zum ersten Mal mit Musik. Nicht Radio. Meine eigene Playlist. Ich stecke den USB Stick ein. Der erste Song beginnt. Es ist ein alter Song. Ich drehe lauter. Ich singe mit. Ich singe falsch. Aber es ist egal. Die Straße ist leer. Die Sonne scheint. Der Wind kommt durchs Fenster. Ich trommle auf das Lenkrad. Ich trommele auf das Armaturenbrett. Ich bin der König der Straße. Die Musik trägt mich. Sie macht die Straße weicher. Sie macht die Fahrt kürzer. Sie macht mich glücklich. Ich fahre zwei Stunden. Ich höre dieselbe Playlist dreimal. Ich komme zu Hause an. Ich bin heiser. Ich bin müde. Ich bin glücklich. Musik und Autofahren sind wie Milch und Honig. Sie gehören zusammen. Sie machen aus einer Fahrt eine Reise.

Die unendliche Reise.

Jedes Mal, wenn ich den Schlüssel drehe, erwacht der Traum neu. Die Straße vor mir ist ein graues Band. Es lädt mich ein. Ich folge ihm. Autofahren ist kein Ziel. Es ist ein Zustand. Ich genieße das Radio. Ich genieße den Fahrtwind. Meine Welt ist größer geworden. Die Wege sind nicht mehr an Fahrpläne gebunden. Die Angst in der Fahrschule ist nur noch eine blasse Erinnerung. Ich bin ein Reisender auf der Suche nach dem nächsten Horizont. Ich weiß, ich werde ihn nie erreichen. Aber ich komme näher. Jeden Tag. Jede Fahrt. Jede Kurve.

Das Echo der Freiheit.

Die Reise hört nicht auf, solange der Motor läuft. Der Neujahrstraum ist Lebensrealität geworden. Ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist. Mut ist das Treten des Gaspedals trotz zitternder Knie. Der Große Garten meiner Erinnerung ist die ganze Welt geworden. Offen. Bereit für meine Spuren. Ich trage das Geschenk der Mobilität wie einen Schatz. Ich bin bereit für jede Kurve. Jeder Kilometer erzählt eine Geschichte. Ich schreibe sie. Ich bin der Fahranfänger von damals nicht mehr. Ich bin der Fahrer von heute. Und morgen fahre ich weiter. Die Straße ruft. Ich antworte. Ich drehe den Schlüssel. Ich fahre los.

Mit herzlichem Dank, einer Hand am Lenkrad und der anderen im Fahrtwind,
Ihr Erzähler von Momenten, in denen aus Fahranfängern Reisende werden und aus Straßen Lebenslinien.

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*Der geneigte Leser möge es mir nachsehen, dass ich nicht genau nenne, an welcher Kreuzung der Motor stotterte, in welcher Fahrschule die Plastikstühle am unbequemsten waren oder nach welcher Rechtschreibreform das Verkehrsschild plötzlich einen neuen Namen trug. Was die Jahre an Prüfungsprotokollen, Fahrschuladressen und veralteten Verkehrszeichen verschluckten, habe ich nicht gesucht. Ein Führerschein ist ein Dokument, das sich um die Wechselfälle der Geschichte nicht kümmert, solange das Foto ähnlich genug bleibt. Und sollte der eine oder andere Verkehrsübungsplatz heute anders heißen als damals, so sei dies der Flurbereinigung geschuldet, die bekanntermaßen vor keinem Übungsasphalt Halt macht.

Quellenangaben:
Inspiriert von der Stille nach dem Absterben des Motors und den düsteren Erinnerungen an die Fahrerlaubnisprüfung.
BASt: Forschung zur Fahranfängerprävention
ADAC: Führerschein und Fahrschule
Deutscher Verkehrssicherheitsrat: Fahranfänger
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Verwendete Hilfsmittel / Methodik:
Um das Brummen des Motors in lesbare Sätze zu verwandeln und die Sprache der Straße auf Papier zu bannen, bediente sich der Verfasser folgender irdischer und transzendentaler Werkzeuge:
Wenig KI-generierter Inhalt aber viel EU-Transparenzpflicht Hinweis: Diesen Text raunte mir ein unsichtbarer Gehilfe aus dem Reich der Algorithmen zu, von Benzin getauft, von eigener Hand gebändigt und mit folgenden Artefakten veredelt:

🔍 Das allgegenwärtige Google-Orakel offenbarte die Spuren durch die Archive der Straßenverkehrsordnung.
📜 Papyrus Autor, Version 11.09d Win64 vom 16.5.2023, mein digitaler Begleiter, übersetzte sächsisches Rohmaterial in deutsche Hochsprache.
🚗 Ein zerfleddertes Verkehrszeichenheft mit Kaffeeflecken auf Seite 47, das zum Kompass wurde.
💧 Der Geruch von Benzin an der ersten Zapfsäule, der zum Aroma der Eigenständigkeit wurde.
🔊 Das Kratzen des Kugelschreibers des Prüfers im Fond des Wagens, das die Stille zerschnitt.
🐶 Der Fahrlehrer, der aussah wie ein Skispringer und nach kalter Asche und Pfefferminz roch.
🔮 Die Fahrerlaubnis auf dem Beifahrersitz, die mehr wog als alles Blech der Stadt.

So ward aus einem Heft eine Straße, aus einer Prüfung eine Reise, und aus einem Fahranfänger ein Reisender.

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