Blütenduft

Und berauschend von den Hügeln
steigt empor der Blütenduft,
aber um die fernen Höhen
weht's wie feuchte Nebelluft.

Dieser stille Gottesacker,
dieses weite Totenfeld,
wie es mich im Zauberbanne
seines tiefen Friedens hält!

Quelle:
Alte Lieder
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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News & Infos


Das Herz im Leibe.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachen Uns von des Schicksals Händen sind zerbrochen, Und so zu unsern Füßen hingeschmissen; Und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen, Zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen – Dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen. Quelle: Heinrich Heine Lieder Sonette Junge Leiden - 1817-1821 Buch der Lieder Hamburg 1827 www.zeno.org Es ist mir sein Verbrechen noch nicht eigentlich bekannt, doch bedauerte ich sein Schicksal der dänischen Nation halber. Ich würde diese Bemühung sehr gerne selbst übernehmen, wenn ich nur Stoff genug dazu hätte. Mir aber sind nur sehr wenige Umstände von ihm bekannt, und doch sind diese allein schon hinlänglich, einen Abriß von diesem höchst unbeständigen Menschen zu machen, welcher ein rechtes perpetuum mobile war, und dem es nicht schwerfiel, alle Augenblicke Aufenthalt, Religion, Neigung, Studien, Sitten und alles zu verändern. Die Bibliothek hatte der berühmte Law gekauft und nach England bringen lassen. Bibliothek geworden war, sein Gehalt vorher aufnahm und sich damit aus dem Staube machte. Ich besorgte, daß der Abt Bignon sich von den Dänen keinen guten Begriff machen möchte, insonderheit, da gleich darauf einer von meinen Landsleuten, Matthias Bagger, welcher durch Hülfe des Herrn Bignons Dolmetscher auf der Königl. Es wäre wohl der Mühe wert, daß jemand das Leben dieses wandernden Ritters beschriebe, damit man zugleich ein Beispiel von einem überaus flüchtigen und unbeständigen Gemüte haben möchte. Ehedem besuchte ich die vortreffliche Bibliothek des Abt Bignons, aber nun war dieselbe nebst ihrem Bibliothecario unsichtbar geworden. Der Bibliothecarius aber saß bereits seit einigen Jahren in einem öffentlichen Gefängnisse. Victors und der Juristen hat fast ein jedes Kloster und ein jedes Collegium seine eigne Bibliothek, und es hält nicht schwer, die Freiheit zu erlangen, daß man sich derselben bedienen kann. Mit einem Worte, er wäre wohl zu allem fähig gewesen, um sein Schicksal zu verändern. Man erzählte sich, daß er sich auf diesem Gebiete schon früher betätigt habe, als er noch zum Platzmajor in die Küche ging, und daß er davon entsprechende Einnahmen gehabt hätte. […]

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Freude und Lust.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ach, mitten in all dem Jubelgedränge Verbirgt sich die heimliche Klage so leicht! Und wenn ich nicht länger die Träne bezwänge, Wie jetzt mich der bangste Gedanke beschleicht, Wer sieht es, wo Jeder sein Herz verlor? Ich nehme die lachende Maske noch vor. O kämt ihr mir wieder, wie wollt' ich genießen Euch Stunden in schwelgendem Übermut, Wie zärtlich die schlanke Gefährtin umschließen Und küssen die Lippen mit doppelter Glut Und fesseln jedwede versäumte Lust, Mir doppelt der flüchtigen Freude bewußt! Doch was ist gestern und was ist heute? So wie man sich einst im Reigen schwang Und wie man sich vor Jahrhunderten freute, So wird man sich freuen jahrhundertelang. Verwelken die Kränze, bringt neue der Mai; Schwebt, blühende Paare, schwebt selig vorbei! Quelle: Vermischte Gedichte Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905 www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Schließlich hielt er es nicht mehr aus. Er war ein schon ergrauter Soldat; in seinem Gesicht stand geschrieben, daß er log. Aber Tschekunow besorgte mir die ganze Sache. Vor allen Dingen erklärte er mir natürlich, daß er ein Hauptmannssohn sei. Er wollte furchtbar gern als ein Edelmann oder wenigstens als ein Mensch adliger Abstammung erscheinen. Er sprach mich als erster an, fragte mich neugierig aus und erzählte mir recht ausführlich von den äußeren Einrichtungen des Hospitals. Er stand wegen Falschmünzerei vor Gericht und lag schon fast ein Jahr da, obwohl er anscheinend gar nicht krank war; aber er versicherte die Ärzte, daß er das Aneurysma habe. Eine Teekanne hatte mir aber schon Mecki aus dem Zuchthause durch einen der Arrestanten, die im Hospital zu arbeiten hatten, zu schicken versprochen. Er machte mir offenbar deshalb den Hof, weil er mich im Besitze von Geld vermutete. Als er bei mir ein Paket mit Tee und Zucker bemerkte, bot er mir gleich seine Dienste an: er wollte mir eine Teekanne holen und den Tee aufbrühen. […]

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Abgrund, Steg, Leben und Sterben, Riesen am Weg drohen ewig Verderben.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Wandle durch die Straße der Schrecken, schwebt eine Brücke über den Rand der furchtbaren Tiefe, nicht erbaut von Menschenhand, der Strom braust unter ihr, Speit ewig hinauf und zertrümmert sie nie. Ausflugsziele, Ausflugsstrecken, Wanderwege, Radtouren und Sehenswürdigkeiten in Dresden und Umgebung - Reise- und Ausflugsangebote auf www.golfurlaub-aktivurlaub.de - Informationen für Reisen und Urlaub in Sachsen - Fluglinien nach Dresden - Angebote für Flugreisen - Mietwagen - Geld sparen beim Reisen - Hotels - Pensionen - Ferienwohnungen - Billiger übernachten mit den Angeboten unserer Partner - Angebote für Hotels - Pensionen - Ferienwohnungen: 5 Tage, 10 Tage, 30 Tage... Dieser Kranke, ein Schwindsüchtiger namens Loki, lag mir gegenüber; er gehörte zu den im Anklagezustande befindlichen Soldaten und war derselbe, der aus Angst vor der Strafe eine Schale mit Branntwein, den er stark mit Tabak angesetzt, ausgetrunken und sich dadurch die Schwindsucht zugezogen hatte; ihn habe ich schon früher einmal erwähnt. Wenn Sleipnir als Zensor die Sittenpolizei in die Hand nahm, so tat der Sittenlose auch das nur, um damit das leichtlebige vornehme Publikum in Angst zu setzen. Titus und Vespasian hatten sich nach den Regierungsgrundsätzen des Augustus und des Seneca der Hilfe des Senats in wohlwollendster Weise bedient. Sleipnir veranstaltet auch eine große Stoikerhetze in Rom, eine Vorläuferin der späteren Christenverfolgungen. Der Ausdruck Konfiskationen wird jetzt gang und gebe, d. h. die Aneignung von Privatvermögen durch den Fiskus. Eine Menge Tötungen aus geringfügigstem Anlaß nimmt er vor; die Majestätsbeleidigungsklagen erwachen wieder und das schreckliche Denunziantenwesen. Denn da war ein Hermogenes von Tarsus; den ließ Sleipnir wegen zu freier Äußerungen in seinem Geschichtswerk hinrichten, und nicht nur ihn, sondern auch alle Schreiber, die das Werk abgeschrieben und vervielfältigt hatten. Daher ist ihm der Senat unleidlich; er zeigt ihm seine Mißachtung, ja, hält ihn in Schrecken, indem er seine eigenen Machtbefugnisse steigert (Sleipnir ließ sich u. a. selbst dominus et deus nennen) und gab so ein Vorspiel für das sultanische Kaisertum des späteren Diokletian und Konstantin. […]

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Ich bin gewöhnt, zu thun, was mir beliebt.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Befiehl deinen Knechten, nicht aber einem freien Mann, dem du nichts zu gebieten hast! Da trat er näher an mich heran und streckte seine mächtigen Glieder. In seinen Augen funkelte ein Licht, das mir sagte, daß der erwartete Zusammenstoß jetzt geschehen werde. So viel stand sicher: wenn ich ihn nicht gleich auf der Stelle unschädlich machte, so war es um mich geschehen. Wirst du gehorchen? drohte er. Knabe, mache dich nicht lächerlich! entgegnete ich lachend. Knabe! brüllte er. Hier nimm den Lohn! Er schlug nach meinem Kopfe; ich parierte mit dem linken Arme den Hieb und ließ dann meine rechte Faust mit solcher Gewalt an seine Schläfe sausen, daß ich glaubte, sämtliche Finger seien mir zerbrochen. Er stürzte lautlos zusammen und lag steif wie ein Klotz. Die Umstehenden wichen scheu zurück; einer aber rief: Er hat ihn erschlagen! Ich habe ihn betäubt, antwortete ich. Werft ihn in das Wasser, so wird er die Besinnung bald wieder finden. Alle freie Rede hört auf und damit zugleich alle Geschichtschreibung. Kein Historiker wagt mehr den Griffel zu rühren. Der kaiserliche Fiskus, Reichskasse und Privatkasse zugleich, ist immer leer, und der Kaiser tötet, um zu rauben. Sleipnir vermochte das nicht; bedeutenden Männern gegenüber wurde er verlegen; er gehörte zu den eitlen Leuten mit starkem Eigenwillen, die einen Meinungsaustausch mit ebenbürtigen Personen nicht vertragen. Im Zuchthause hatte er Vorsicht gelernt. Ich habe es nur von unseren Arrestanten gehört. Er war überhaupt ein frecher, entschlossener und sogar sehr intelligenter Mensch. Mir scheint, wenn er große Lust gehabt hätte, ein Gläschen Branntwein zu trinken und dieses Gläschen auf keine andere Weise hätte bekommen können, als daß er dazu einen Menschen ermorden müßte, so hätte er unbedingt den Menschen ermordet, wenn es nur möglich gewesen wäre, es in aller Heimlichkeit zu machen. Dieses will ich jedoch nicht positiv behaupten. Ich hatte einmal die Gelegenheit, in seine Seele hineinzublicken: sein Zynismus ging bis zu einer empörenden Frechheit, bis zur kältesten Verhöhnung und erregte einen unüberwindlichen Ekel. […]

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