Das erste Lied

Das erste Lied, das ich gesungen,
um die Kritik war mir nicht gram,
von meinen Lippen ist's geklungen
so frisch, wie's mir vom Herzen kam.

Ich reimte "sehnen" mit "erkennen"
und "dich" mit "nicht" und "Tag" mit "Nacht",
doch kann kein Fürst sich reicher nennen,
als mich mein erstes Lied gemacht.

Das Kunstgefühl für Maß und Einheit
hat mich kein Menschenmund gelehrt,
mit Silbenzahl und Formenreinheit
hatt' ich mir nie das Herz beschwert ...

Ich ahnte nur, daß tief im Grunde
der Zukunft Zukunft weltverloren schlief
ein Etwas, das mir jede Stunde
ein "Singe!" in die Seele rief!

Quelle:
Alte Lieder
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

News & Infos


Mit Blut getränkten Erde Afrikas.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Sein Gesicht leuchtete wie in überirdischem Glanze. Fern von der Erde, deren Freuden er niemals gekannt, mitten in der Nacht, die ihm ihr mildes Licht spendete, auf dem Wege zu jenem Himmel, dem er sich wie in wundersamer Himmelfahrt näherte, schien er schon jetzt in ein neues Leben einzugehen. Und einmüthig knieten die Freunde nieder, um schweigend zu beten. Am folgenden Morgen wehte der Wind von Süden, und der Victoria segelte ziemlich langsam über ein wüstes Gebirgsplateau hinweg; hier zeigten sich ausgebrannte Krater, dort tiefe Schluchten, aber nirgends auch nur ein Tropfen Wasser. Die dürren Bergkämme sowohl, wie die aufgethürmten Felsen, erratischen Blöcke und weißlichen Mergelgruben verkündeten die äußerste Unfruchtbarkeit. Der Waffenrock weist an der Naht zum Kragenansatz, unterhalb der rechtsseitigen drei Generalssterne, ein kleines Einschussloch auf, durch welches das Stahlmantelgeschoss aus der Pistole des Attentäters eindrang, dem Thronfolger die Halsvene zerriss und die Luftröhre verletzte. Der Rock ist an der Innen- und Vorderseite mit Blut durchtränkt, Blutspuren sind auch an der Hose vorhanden. Einschnitte am linken Brustteil des Rockes und am linken Ärmel stammen von den ersten Rettungsversuchen für den Sterbenden. Die Rückseite des Rockes ist vom Kragen bis zum linken Schoßteil aufgeschnitten, eine Maßnahme die dazu dienen sollte, den bereits todesstarren Leichnam des Erzherzogs für die Aufbahrung wieder leichter anziehen zu können. In der Innenseite des Rockes ist der Mittelteil des rechten Rückenfutters fast ganz entfernt. Dies rührt daher, dass Unbekannte, wahrscheinlich beim Aufschneiden der Rückenseite, sich kleine Stücke aus dem weißen Seidenfutter als Souvenir herausgeschnitten hatten. Solche Stoffstücke gelangten später in Umlauf und waren noch nach dem Zweiten Weltkrieg in Jugoslawien gelegentlich anzutreffen. Dies führte sogar zu Gerüchten, dass die Uniform des Thronfolgers nach dem Attentat zerstückelt worden sei und der ausgestellte Waffenrock demnach falsch wäre. So je im Tempel Ernstes und Heiliges Das Herz mir traf in großen Entfaltungen,Des Gottes dunkle OffenbarungSchauer mir goß in des Geistes Tiefen, Und wär es Blut und Leib des Erlösers selbst, Da ihn mein Mund berührte zum erstenmal,So Unaussprechliches im HerzenNicht an der Treppe des Altars fühlt ich,Und zürnte mir der Himmel und zürnte mirDie Erde, die im Staube Gebete lallt,Doch seis bekannt, vor deinem SargeFeiert ich größere, kühnre Andacht. Und fern vom goldnen Altar erschallt der Chor Zu Friedrichs Einsamkeit und des Vaters Sarg, Als wollt er ihren Zorn, als wollt erReuig den rächenden Gott besänftgen. […]

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Wolkenmasse + Freiheit + Prunkpalast.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Vorüberziehn, in seltsam scheuer Hast, sie an der Arbeitsherren Prunkpalast: den Tisch, der dort vor Ueberfülle bricht, sie deckten ihn; doch ihnen blüht er nicht. Zwei Männer nur, den Hammer in der Hand, hemmen den Blick und starren unverwandt in all den Glast, der Freude goldenen Sitz; aus ihren Augen zuckt des Hasses Blitz. Vom Himmel dichtgedrängt die schwarze Wolkenmasse niederhängt, indes am freien Horizont verloht sturmdunklen Blicks ein blutig Abendrot. Feuer an verschiedenen Orten der Stadt angelegt. Binnen einer Viertelstunde stand alles in voller Glut. Wo Feuer ist, da ist auch Wind; der erhub sich sehr stark u. trieb von der Kirche übers Schloß. Da fing auch der Siebenspitzige Turm mit an, u. das Feuer drang aus demselben in den Lederboden, wo Holz und brennende Materie genug war. In drei Stunden war alles getan. Von allen kurfürstlichen Gebäuden unter der Schösserei u. im Hahnewalde, die nach Beschaffenheit derselben Zeit schön waren, wurden Aschehaufen. Von der Stadt aber, in- u. außerhalb der Ringmauer, blieb nichts übrig, als das Crucifix auf dem Kirchhofe, so Gott auch diesmal erhalten, ferner des Wildpretwärters Haus am Kurfürstlichen Tiergarten, die kleine Begräbniskirche u. dazu noch eine niedrige Hütte am Altstädter Wege. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. […]

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Prolog schlendert schlotternd herum.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Es war mal ein Ritter trübselig und stumm, Mit hohlen, schneeweißen Wangen; Er schwankte und schlenderte schlotternd herum, In dumpfen Träumen befangen. Er war so hölzern, so täppisch, so links, Die Blümlein und Mägdlein, die kicherten rings, Wenn er stolpernd vorbeigegangen. Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus; Er hatt sich vor Menschen verkrochen. Da streckte er sehnend die Arme aus, Doch hat er kein Wörtlein gesprochen. Kam aber die Mitternachtstunde heran, Ein seltsames Singen und Klingen begann – An die Türe da hört er es pochen. Seine Ritter versammelt er an einem runden Tisch, um Rangstreitigkeiten zu vermeiden. Die entscheidende Schlacht gegen die vom Procurator Lucius Tiberius befehligten Römer gewinnt er bei Saussy. Beim Weitermarsch nach Rom erhält er aber die Nachricht, dass sein Neffe Mordred daheim die Herrschaft übernommen und die Königin in seinen Besitz gebracht hat. Artus kehrt zurück und gewinnt zwei Schlachten gegen Mordred, bei der dritten fällt Mordred, doch Artus wird tödlich verwundet. Er wird zur Genesung auf die Insel Avalon gebracht. Der wahre Ritter kämpfte ohnehin durch die vrouwen durch ere, und nicht umbe guot. Den Turniertag beschloss gewöhnlich ein festliches Bankett im Burgpalas oder im Rathaussaal. Nach dem Essen wurde bis tief in die Nacht gefeiert, getrunken und getanzt. Johann Baptista Joseph Hirsch war Hauptmann des Artillerie-Corps der Sächsischen Armee und Ritter des Militär-St. Hauptmann des Artillerie-Corps und Ritter des Sanct Heinrichs Ordens J. Es befand sich wenige Meter östlich des alten Verbindungsweges von Dresden nach Rähnitz, der heutigen Radeburger Straße, und rund 200 Meter nördlich der heutigen Einmündung der Stauffenbergallee. Das Denkmal stand auf einer etwa vier mal vier Meter großen, von einem einfachen Eisenzaun eingefassten Grundfläche. Diese war gegenüber der Umgebung um zwei gemauerte Sandsteinquaderreihen erhöht. Das Hauptmann-Hirsch-Denkmal, kurz Hirsch-Denkmal, bestand aus einem Sockel in Form eines Pyramidenstumpfs, auf dem sich der beschriftete quaderförmige Gedenkstein befand, der wiederum von einem übergroßen Helm bekrönt war. Innerhalb der Einfassung stand unmittelbar neben dem Denkmal eine mächtige Robinie. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es 1945 stark beschädigt und später abgetragen. Die letzten Reste verschwanden im Zusammenhang mit dem vierspurigen Ausbau der Radeburger Straße zum Autobahnzubringer in den 1970er Jahren. Lediglich der eigentliche Gedenkstein wurde auf der anderen Straßenseite, in der Nähe der Einmündung Hellerhofstraße, wieder aufgestellt. Gegenwärtig (Stand: 2014) ist das Hauptmann-Hirsch-Denkmal zugewachsen und befindet sich in schlechtem Zustand. […]

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Das Morgenrot.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Tritt erst die Lieb auf seine blüh'nden Hügel, Fühlt er die reichen Kränze in den Haaren, Mit Morgenrot muß sich die Erde schmücken; Süßschauernd dehnt der Geist die großen Flügel, Es glänzt das Meer – die mut'gen Schiffe fahren, Da ist nichts mehr, was ihm nicht sollte glücken! Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Gedichte 1841 www.zeno.org Es hat die Ritterfamilie einen ehrenwerten und bekannten Namen. Der berühmteste aus dieser edlen Familie ist Ernst Albert. Derselbe war zur Zeit des 30jährigen Krieges Besitzer von Helfenberg und liegt ebenfalls in der erwähnten Gruft der Schönfelder Kirche begraben. Über ihn weiß die Chronik jener Zeit nur Gutes zu berichten. Von ihm wird erzählt, daß er sich um den Obst- und Weinbau in der ganzen Umgegend von Pirna bis Meißen sehr verdient gemacht habe. Er munterte die Leute dazu auf, Wein- und Obstbau zu treiben und gab ihnen selbst auch Anleitung zur Anpflanzung des Obstbaumes und der Weinrebe. Ernst Albert war auch schriftstellerisch rege tätig auf diesem Gebiete. Im Jahre 1629 gab er ein Buch heraus über den Wein- und Obstbau. Dieses Werk war das erste Buch, das über den Wein- und Obstbau Sachsens geschrieben ward. Es fand eine begeisterte Aufnahme und hat viel Segen gestiftet. Damals war der Weinbau noch sehr einträglich, da die Zufuhr aus anderen Ländern schwierig und selten war. Darum legten die Bauern jener Tage fleißig Weinberge an und verwandelten nicht selten das meiste Ackerland in Weinland. Es kam sogar soweit, daß deshalb über die Bauern des Elbtales und weit darüber hinaus auf manchem Landtage Beschwerden laut wurden. Mancher Weinberg des Elbtales und der angrenzenden Gegend ist in jener Zeit entstanden und verdankt seine Entstehung der erwähnten Schrift des edlen Herrn Ernst Albert von auf Helfenberg bei Schönfeld, der noch heute in der Schönfelder Kirche ruht. Mit der Zeit ging ein Weinberg nach dem andern wieder ein, und nur der Name Weinberg, den verschiedene Hügel hie und da führen, erinnert an das Vergangene. Auch der Weinberg bei Wilschdorf ist eine Erinnerung an verflossene Zeiten, in denen Ernst Albert von auf Helfenberg durch sein vortreffliches Buch die Leute für den Obst- und Weinbau mit großem Erfolge förmlich begeisterte. Jagdarmbrust mit Hanfsaite ist Objekt des Monats September. […]

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