Wintersaat

In des Kornfelds kahl Gebreite
tiefe Furchen reißt reißt der Pflug.
Weißer Nebel hüllt die Weite,
hüllt den Wald in Schleiertuch.

Nur der Landmann noch beim Säen
steht, vom letzten Licht umloht, -
und ein schreiend Volk von Krähen
hebt sich scheu ins Abendrot.

Aus dem bunten Spiel der Zeiten
wird uns letzte Weisheit kund,
lehrt uns still die Hände breiten
über mütterlichen Grund.

Quelle:
Ausklang
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft Verlagsgesellschaft mbH

 

News & Infos


Angesicht des Berges.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Ich blicke schweigend auf das weiße Tuch und tippe sinnend mit dem Tafelmesser; Weingläser klirren, eine Dame lacht, die beiden Diplomaten reden wichtig, und Seidenroben duften nach Parfüm. Doch über die Terrasse weht ein Hauch aus waldiger Bergesschlucht so kühl und rein; tief atmend schlage ich die Augen auf. Da übergipfelt sich der krause Wald den Berg hinan, da lagern grüne Matten an Felsgehängen, und mit schroffem Stolz erhebt der Riese himmelan sein Haupt. Die Unsrigen schossen aus Stücken und Doppelhaken wieder, fällten auch etliche, unter anderen verlor ein Vorwitziger die Hände, die er durch ein Loch gesteckt hatte, um einen Riegel aufzuschieben. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Stück leicht beschrieben Frühstück inbegriffen: Hotels in Kopenhagen suchen. Die fröhliche Sonne und der traurige Schneemann, die Hände die über die Tasten hinglitten, waren müde, sterbensmüde, und das, was unter ihnen hervorklang, waren die Flügelschläge einer Seele, die sich losreißen wollte für immer. Einzelne Partien der Gegend traten dadurch überraschend und fremdartig hervor, gleich einem neuen Gedanken in der sinnenden Menschenstirn Das kleine Dorf dort, das seine letzten Hütten keck den Fuß des Berges ersteigen ließ, erreichte der Sonnenstrahl nicht mehr, aber vom Knopf des spitzen Kirchthurms zuckten noch Blitze, und die weit offenen Thüren der Häuser zeigten das rothglühende Heerdfeuer, auf welchem die Abendkartoffeln kochten Süßer Abendfrieden lag da draußen, und hier oben quoll der Blumenduft betäubend empor, kein Lüftchen trug ihn weiter, noch rührte es an die sonnenmüden Blätter und Zweige. […]

Read more…

Seemann und seine Begleiter.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Dennoch kam ein Umstand dem Seemanne und seinen Begleitern sehr vortheilhaft zu statten, der nämlich, daß sie den Südoststurm im Rücken hatten. Der Sand, den jener in Wolken austrieb und der sonst ganz unerträglich gewesen wäre, traf die Wanderer nur von rückwärts. Lebte der Ingenieur aber noch, oder wünschte Nab nur ihre Anwesenheit, um dem Leichnam des unglücklichen Cyrus Smith die letzten Ehren zu erweisen? Aus Die Schiffbrüchigen des Luftmeers. Schiffbrüchige - was sollte man vor allem wissen? 416 v. Chr. erschien Sokrates als Ehrengast auf dem berühmten Symposion, das anlässlich des Tragödiensieges des jungen Agathon stattfand und an dem in der platonischen Überlieferung auch Aristophanes und Alkibiades in wichtiger Rolle teilnahmen. Das nächste biographisch datierbare Ereignis fand zehn Jahre später statt und betraf Sokrates Verwicklung in die Reaktion der Athener auf die Seeschlacht bei den Arginusen, wo die Bergung Schiffbrüchiger unter Sturm fehlgeschlagen war. Als Gerichtshof in dem Prozess gegen die Strategen, die die Militäroperation geleitet hatten, fungierte die Volksversammlung. Zu dem geschäftsführenden Ausschuss des Rates der 500, den 50 Prytanen, gehörte zu diesem Zeitpunkt auch Sokrates. Selbst als schon die Retter herbeieilten, wollten sie nicht von ihrem grausigen Mahl lassen. Zunächst schien es, als könnten die Strategen ihre Unschuld nachweisen und freigesprochen werden. Am zweiten Verhandlungstag aber änderte sich die Stimmung, und es kam zu der Forderung, die Strategen gemeinsam schuldig zu sprechen. Wanja, Sonja und Dimitri heißen die Protagonisten seines ersten Erzählbandes. Die überlebenden Matrosen konnten sich mit den kleinen Walfangbooten retten und trieben wochenlang im Pazifik. Die Prytanen wollten den Antrag für ungesetzlich erklären, denn nur Einzelverfahren waren zulässig. Da sich nun aber das Volk im Vollgefühl seiner Souveränität gar nichts untersagen lassen wollte und den Prytanen die Mitverurteilung angedroht wurde, gaben alle bis auf Sokrates nach. Denn über diese hinweg und durch das Wasser mußten die Schiffbrüchigen, an ein Anlegen war nicht zu denken. Sie wurden auch eingeweiht, wie sie allein die Felsentür öffnen konnten. An Deck standen die Matrosen, für die Jacht recht zahlreich, und betrachteten teilnahmvoll die Schiffbrüchigen, die in Wirklichkeit so wenig der Teilnahme bedurften. Es waren jedenfalls nur Spanier und Portugiesen, wenn auch wohl Südamerikaner, also Kreolen, der Kapitän war offenbar ein echter Spanier, ein stattlicher, ernster, würdevoller Mann, der auf Nobody einen außerordentlich günstigen Eindruck machte. Für die beiden als Gäste aufgenommenen Schiffbrüchigen gab es hier kein Geheimnis mehr. Er erkannte den ehrenfesten Charakter gleich am Druck der Hand, mit dem er die Schiffbrüchigen an Bord des Schiffes, dessen verantwortlicher Führer er war, durchaus nicht immer abhängig von der Laune des Besitzers, begrüßte. […]

Read more…

Ins Freie.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Kind hüt dich! bei Nacht Pflegt Amor zu wandern, Ruft leise die andern, Da schreiten erwacht Die Götter zur Halle Ins Freie hinaus, Es bringt sie dir alle Der Dichter ins Haus. Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Wanderlieder Gedichte 1841 www.zeno.org […]

Read more…

Ich trat näher zu ihm heran und sagte.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Sprich nicht mit mir! Er blieb infolgedessen still. Siehst du, daß er nicht antwortet! meinte der Sergeant zornig. Sage ihm, daß du ein großer Emir bist, und dann wird er wohl reden! Nun wußte ich ja ganz genau, daß die Wächter wirklich nicht Arabisch verstanden; und wenn auch, der Dialekt der Haddedihn war ihnen fremdklingend. Halte dich heute abend bereit, sagte ich zu Amad. Vielleicht ist es mir heute möglich, wiederzukommen. Er stand stolz und aufrecht da, ohne eine Miene zu verziehen. Er redet auch jetzt noch nicht! rief der Unteroffizier. Nun soll er heute auch kein Brot bekommen, da er nicht einmal dem Effendi antwortet. Die Revision der Löcher war beendet. Nun führte man mich auch weiter in dem Gebäude herum. Ich ließ dies geschehen, obgleich es keinen Zweck hatte. Endlich waren wir fertig, und Mersinah sah mir mit fragender Miene in das Gesicht. Kannst du den Gefangenen Kaffee kochen? erkundigte ich mich bei ihr. Ja. Und ihnen Brot […]

Read more…