Weiterleben

Nicht, daß du ihm ein prächtig Denkmal baust,
mit tausend Tränen seine Gruft betaust,
und heimlich hoffst, daß euch der Tod vereint,
nicht dadurch ehrst du den gestorbnen Freund.

Wenn du das Werk, Werk, das ihm nicht mehr gelang,
bis an sein Ende führst mit Treu und Dank,
wenn deine Hand die Blütenkrone hegt
des Baumes, den er knospend einst gepflegt,

wenn dem, was er geliebt, dein Herz erglüht,
so daß in dir sein Wesen nochmals blüht,
so daß du lebst und schaffst in seinem Geist:
das ist's, wodurch du ihn dem Tod entreißt.

Quelle:
Ausklang
Gedichte von Clara Müller-Jahnke
Berlin 1910
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

News & Infos


Ein hübscher Spaziergang für Leute, die zu Fuß reisen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Wir treten nunmehr in die Fußtapfen der neuern Entdecker ein, theilte der Doctor seinen Begleitern mit; ich habe die unterbrochene Spur der Reisenden wieder aufgenommen; eine glückliche Schickung, meine Freunde. Wir werden die Forschungsreisen der Kapitäne Burton und Speke mit denen des Doctor Barth verknüpfen können; wir haben Engländer verlassen, um einen Hamburger wiederzufinden, und bald werden wir an dem äußersten Punkte angelangt sein, den dieser kühne Gelehrte erreicht hat. Das können wir leicht berechnen; nimm die Karte zur Hand und sieh, welches der Längengrad der von Speke erreichten Südspitze des Ukerewe-Sees ist. […]

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Jene Schöpfung von Madera 15.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ausgemergelt, mittels kranken Fußsohlen außerdem bedeckt mit Pulver und Blut, seitens jener Stacheln Zahn zerrissen, stürzt er auf Graf Arsets Gut. Ans Bildschirmfenster von Annens Kammer führt jene Studienfahrt, ebenda lispelt jener Angehöriger des Ritterordens deutlich hörbar ebenso leise... […]

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Künstler am Tischchen steht, mit Stift und einem Briefpapier.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ein liebes Buch hält meine Hand, darin ein herrlicher Poet, was er an seltnen Schätzen fand, aus reicher Fülle um sich sät. In allen guten Tönen sang der gottbegabte Liedermund und führte mich im Eifergang gleich um ein ganzes Erdenrund. Und führte mich durch tiefes Tal und über hohen Zackenschroff, durch manchen freudenhellen Saal und Gärten, wos von Düften troff. Und meinem wackern Schweizersmann, den sie auf Gottfried einst getauft, hab ich ein feurig Ruhmgespann in eitel Dankbarkeit gekauft. […]

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Mondschein im roten Capriwein.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Flirrend spielt der Mondenschein über dem Balkone in den roten Capriwein preß ich die Limone. Lachend bis zur Rebenfirst schleuderst du den Becher: meiner Küsse Herbheit wirst du noch kosten, Zecher! Aus toter Tempel Trümmern sprießt die knospenschwere Geisblattranke - und schimmernd um Amalfi fließt des Lichtes göttlicher Gedanke. Das ist des Südens Hexerei die dich mit Seel und Leib entrückte: das Ewige in dir macht sie frei, das deines Nordens Nacht erdrückte. […]

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